Göteborg: Ausgezeichnet nachhaltig

 

Schon zum vierten Mal in Folge wurde Göteborg als nachhaltiges Reiseziel ausgezeichnet

 

Schwedens zweitgrößte Stadt Göteborg ist bereits zum vierten Mal in Folge von der internationalen Organisation ICCA (International Congress and Convention Association) zum nachhaltigsten Reiseziel der Welt gekürt worden. Das geht aus dem Ranking des „Global Destination Sustainability Index 2019“, dem globalen Nachhaltigkeitsindex, hervor. Mehr als 50 Metropolen haben sich diesem Wettbewerb gestellt. Dabei wurde untersucht, ob die Städte sinnvoll recyclen, barrierefrei sind, Hotels und Restaurants mit Umweltzertifikaten haben und Konzepte zur CO2-Emissionsreduzierung umsetzen. Platz zwei belegt die dänische Hauptstadt Kopenhagen, Malmö schafft es auf den 6. Platz. An 12. Stelle steht Stockholm. Ein eindeutiges Zeichen dafür, dass die skandinavischen Metropolen sehr großen Wert auf Nachhaltigkeit im weitesten Sinne legen.




Göteborg: Hauptstadt für smarten Tourismus 2020

Dass Göteborg wirklich ernst macht in Sachen innovativer Stadtplanung, beweist ein weiterer Titel: Gemeinsam mit dem spanischen Malaga, ist die westschwedische Hafenstadt zur europäischen Hauptstadt für smarten Tourismus 2020 (European Capital of Smart Tourism 2020) ernannt worden. Unter 35 teilnehmenden Städten aus 17 EU-Ländern hat sich Göteborg durchgesetzt.

 

Diese Auszeichnung gibt es erst seit 2019, und es können lediglich Städte gewinnen, die sich Nachhaltigkeit, Barrierefreiheit, Digitalisierung und die Förderung von kulturellem Erbe und Kreativität auf die Fahne geschrieben haben. Göteborg hat es geschafft, diese vier Elemente miteinander zu verknüpfen und damit intelligenten Tourismus zu entwickeln. Was die EU-Kommission am meisten beeindruckte war die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Tourismus, Stadtverwaltung und den Bewohnern Göteborgs. Dabei spielt ein wichtiger Ansatz eine bedeutende Rolle: Neben der ökologischen Nachhaltigkeit, einem der aktuellsten Themen unserer Zeit, stehen auch soziale und wirtschaftliche Aspekte der Nachhaltigkeit im Vordergrund. Dabei haben die Nachhaltigkeitsstrategen Göteborgs folgendes festgelegt:

 

Wenn es der Wirtschaft gut geht und die Menschen Arbeit haben und sich als Teil der Stadt fühlen, ist es auch einfacher, vereinbarte Klimaziele zu erreichen. Wenn die Menschen unglücklich sind, die Umwelt leidet und die Ressourcen knapp werden, gibt es wenig Potenzial, wirtschaftlichen Wert zu schaffen. Dies bedeutet, dass ökologische, soziale und ökonomische Nachhaltigkeit sich nicht ausschließen, sondern sich gegenseitig wesentlich beeinflussen.

Göteborg: Nachhaltige Konzepte

Aber was tut Göteborg konkret um ein nachhaltiges Gesamtkonzept zu schaffen? Hier sind einige Beispiele:


Fast 100% aller Hotels mit Umweltzertifizierung

Fast 100% aller Hotelzimmer sind umweltzertifiziert. Das bedeutet u.a. dass beispielsweise energiesparende Technologien in der gesamten Hotelanlage angewendet werden oder alle im Hotel angebotenen Speisen und Getränke aus 100% biologischem Anbau stammen. Ferner sollte ökologisch generierter Strom aus erneuerbaren Solar- und Windenergiequellen bezogen werden.

Alle Restaurants, die zum Verein „Taste of Gothenburg“ gehören, haben ein Umweltdiplom oder befinden sich in der Zertifizierungsphase.

Alles Fleisch, das von der Stadt Göteborg serviert wird, muss aus biologischem Anbau stammen.


Öffentlicher Verkehr

65% des öffentlichen Verkehrs werden mit erneuerbaren Energien betrieben. Der Flughafen Landvetter verfügt seit 2011 über die höchste Umweltzulassung - den „European Airport Carbon“.

An 60 Standorten in der Stadt können 1000 Citybikes der Marke „Styr & Ställ“ gemietet werden.

Der Hafen von Göteborg erhielt 2011 den Schifffahrtspreis für „Regional Environmental Protection Contribution“. Er war der erste der Welt, der Schiffe am Liegeplatz an Land mit Strom versorgte.


Grüne Architektur

Der Leitgedanke der Nachhaltigkeit wird auch in der Architektur verwendet. Als „grünes Gebäude“ wird ein Gebäude bezeichnet, das besonders ressourcenschonend mit Energie, Wasser und Material umgeht und gleichzeitig schädliche Auswirkungen auf die Gesundheit und Umwelt reduziert. Das Konzept umfasst weit mehr als beispielsweise der Vergnügungspark Liseberg oder auch das schwedische Ausstellungs- und Kongresszentrum Svenska Mässan, die beide mit Windenergie betrieben werden.


Kuggen

Das „Kuggen“ (schwedisch für: "der Zahn" oder: "am Zahnrad") in Göteborg im Besitz der Technischen Hochschule Chalmers wurde 2011 fertig gestellt und ist nicht nur aufgrund seiner außergewöhnlich bunten Außenfassade spektakulär. Die wichtigsten Maßnahmen für ein grünes Gebäude sprechen für sich: Anpassungsfähige Belüftungs- und Lichtanlagen, interaktive Heizung und Kühlung, und effektive Tageslichtnutzung. Die in Rot- und Grüntönen glasierten Keramikplatten der Fassade wurde wegen ihrer Langlebigkeit ausgesucht. Die Form der dreieckigen Fenster lassen das Tageslicht bis tief ins Gebäude eindringen und nehmen dabei nur einen geringen Teil der Wandfläche ein. Der jährliche Energieverbrauch beläuft sich auf 60 kW/m2. Das ist weit unter dem, was von einem grünen Gebäude erwartet wird.

 

"Urban gardening"

Der Begriff des „urban gardening“ bedeutet nichts anderes als „städtische Gartenarbeit“. Damit ist das gemeinschaftliche Gärtnern auf kleinem, zum Teil vernachlässigten Flächen mitten in der Stadt oder auf dem eigenen Balkon gemeint. Diese kleinen grünen Biotope verbessern das Mikroklima und verschönern graue Betonwüsten vieler Großstädte. Der Wunsch nach einer sinnstiftenden Tätigkeit vieler „Stadtgärtner“ geht aber auch auf den Klimawandel, die zunehmende Digitalisierung oder den mangelnden Naturzugang bzw. dem Wunsch nach Selbstversorgung zurück.

„Urban gardening“ existiert in vielen Städten. Beeindruckend jedoch ist, dass die urbane Landwirtschaft in Göteborg stark von kommunaler Seite unterstützt wird. Die Stadt Göteborg verfügt über eine eigene Abteilung, die sich mit der Ausbildung von Junglandwirten befasst und Pachtverträge für städtische Parzellen abschließt, die mit Gewächshäusern, Zäunen, Wasser und anderen wichtigen Merkmalen ausgestattet sind, die die Zutrittsschranken für angehende Landwirte beseitigen.

Göteborg: Geheimtipp

Neben der schwedischen Hauptstadt Stockholm muss Göteborg sich ganz sicher nicht verstecken. Für viele gilt Göteborg durchaus noch als Geheimtipp. Neben all den nachhaltigen Highlights gibt es in der 600.000 Einwohner zählenden Hafenstadt durchaus noch anderes zu entdecken:


Historische Straßenbahn

Göteborgs Straßenbahn mit einer Gleislänge von 160 Kilometern gehört zu den ältesten und größten Straßenbahnnetzen Nordeuropas und ist sowohl bei den Göteborgern als auch bei Touristen sehr beliebt. Mit historischen Waggons, die z.T. über 100 Jahre alt sind, können Sie durch Göteborg rattern und Stadtgeschichte am eigenen Leib erfahren.


Paddan-Bootstour

Im 17. Jahrhundert siedelten sich in Göteborg Niederländer an, die im Stadtbau beschäftigt waren. Aus dieser Zeit stammen die vielen Kanäle und Brücken, die Göteborgs Altstadt prägen und an die niederländischen Grachten erinnern. Besonders im Sommer zu empfehlen sind Touren im offenen Boot auf der berühmten Paddan-Tour entlang der Sehenswürdigkeiten


Feskekörka

Unbedingt besuchen sollten Sie auch die „Feskekörka“, die Fischkirche. Hier wurde zwar nie ein Gottesdienst abgehalten, die Architektur erinnert jedoch stark ein einen Kirchenbau. Seit 1874 dient sie als Fischrestaurant und Fischmarkthalle.


Café Husaren

Wer „Kanelbullar“, die traditionellen schwedischen Zimtschnecken liebt, sollte auf jeden Fall einen Abstecher zum Café Husaren in der Fußgängerzone Nygata machen. Hier gibt es angeblich die größten Zimtschnecken der Welt.


Schäreninseln

Mit der Fähre erreichen Sie in ca. 20 Minuten die Göteborger Schären. Die wie ins Meer geworfenen Inselchen mit ihren verstreuten Dörfern, romantischen Restaurants und modernen Unterkünften sind besonders in den Sommermonaten ein Reisetipp.




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