Fährüberfahrt von Kiel nach Oslo
In Kiel beginnen wir unsere Reise nach Norwegen. Mit der Fähre geht es nach Oslo - immer wieder ein toller Urlaubsbeginn. An Bord lassen wir es uns gut gehen, genießen die warmen Sonnenstrahlen an Deck, rücken die Stühle in Position und beobachten die Ausfahrt aus der Kieler Förde. Nachdem wir uns an Bord umgesehen haben und durch die Geschäfte und Läden an Bord gebummelt sind, nehmen wir in der Showlounge Platz. Ein internationales Team nimmt uns mit auf eine musikalische Reise mit artistischen Einlagen.
Den Abend lassen wir im Restaurant ausklingen und probieren uns am skandinavischen Buffet durch die Vielzahl warmer und kalter Leckereien. Nochmals schlendern wir durch die Lounges und Bars an Bord und ziehen uns dann in die Kabine zurück. Beim sanften Vibrieren des Schiffes schlafe ich gut und fest.
Am Morgen ist bereits Land in Sicht! Noch vor dem Frühstück gehe ich an Deck und beobachte die Inseln und bebauten Fjordufer. Es ist ein eher grauer Tag, doch die Sonne schafft es ab und zu einzelne Lichtstrahlen durch die dichte Wolkendecke zu senden und so liegen kleine Orte plötzlich im Spotlight.
In Oslo angekommen, nehmen wir den Bus zum Bahnhof. Hier fällt mir auf, wie wertschätzend den Menschen in Norwegen begegnet wird: Auf einem Plakat im Bus ist zu lesen: „Man muss an so vieles denken im Leben: Genügend Wasser trinken, das Fenster zumachen wenn’s regnet, sich die Formel zur Berechnung eines Dreiecks merken… Danke, dass du auch daran denkst ein Ticket für den Bus zu kaufen.“
Bevor unser nächster Reiseabschnitt beginnt, haben wir Zeit uns noch etwas umzusehen. Natürlich ist die Oper mit Blick auf den Fjord und die Aussicht auf das neue Munch-Museum sowie die Deichmannske Bibliothek ein gutes Ziel. Was uns auf unserem Weg auffällt: Oslo ist eine leise Stadt, überall surren Elektroautos an uns vorbei.
Buss for tog von Oslo nach Åndalsnes
Eigentlich war nun die Weiterreise mit der Bahn von Oslo nach Åndalsnes geplant. Aufgrund von Arbeiten an der Strecke ist jedoch auf der kompletten Strecke Schienenersatzverkehr angesetzt. Und so lassen wir uns gemütlich in die Sitze des Busses sinken und blicken gespannt aus dem Fenster.
Die Landschaft ist geprägt von allen Schattierungen Grün: Moos, Nadelbäume, Weiden.
Obwohl es trocken ist, scheinen die Felsen am Straßenrand zu tropfen, überall fließen kleine Rinnsale die Steine hinab.
Wir fahren aus Oslo hinaus, lassen den Trubel der Stadt hinter uns. Auf der E6 geht es mit max. 110 km/h nach Norden. Moderne Stadthäuser weichen bunten Holzhäusern und Feldern. Ab und an bemerke ich eine Mautstation - da diese aber völlig automatisiert sind und die Kennzeichen der Fahrzeuge per Kamera erfassen, sind sie ein unauffälliger Begleiter der Fahrt. Die Fahrt ist abwechslungsreich - links ein langgezogener See, rechts in den Fels gesprengte Wege - die Landschaft musste sich hier den Verkehrswegen anpassen. Ab und zu unterbricht ein Tunnel den Ausblick. Wir passieren Hamar und fahren über eine weite Brücke - links Wasser, rechts Wasser, so geht es auf die andere Seite des Mjøsa-Sees. Unmittelbar an dem Ufer entlang verläuft die Strecke. Siedlungen, Felder und teils steile Hänge wechseln sich ab. Auf einigen von ihnen sorgen Schafe für kleine Farbtupfer.
Nördlich von Lillehammer ändert sich die Landschaft. Die das Tal begrenzenden Berge sind steiler, verstreut liegen Höfe an den Hängen, einige mit bemerkenswerter Aussicht.
Was immer wieder zu sehen ist: Verandas, Wintergärten, Glasfronten – die Norwegen verstehen es sich Licht ins Haus zu holen und gemütliche Stunden nahe der Natur zu verbringen.
Ab Vinstra wird die Landschaft rauer und gebirgiger. Das Tal, durch das die Straße verläuft, wird zunehmend schmaler und ist bei Otta kaum breiter als das Flussbett des Gudbrandsdalslågen. Nun wird es von Kilometer zu Kilometer einsamer und die Straße führt langsam aber stetig bergan. Bei Dombås sind hier und da schon kahle Bergspitzen zu erkennen – die Baumgrenze beginnt in Norwegen ab ca. 700 m Höhe und das Reich des Fjells beginnt. Hier ist das Tal wieder breit. Die Felder leuchten strahlend grün im sonst grauen Trüb. Die Berghänge sind recht steil, ein wenig bewaldet, die Gipfel kahl.
Je weiter wir uns unserem Ziel Åndalsnes nähern, umso dramatischer wird die Landschaft. Zwischen den massiven Bergwänden sind kaum noch Häuser zu entdecken, die Berge scheinen näher zu rücken näher, die Täler werden enger - und der Bus wirkt plötzlich erstaunlich klein. Und dann taucht Åndalsnes vor uns auf und empfängt uns mit einem herrlichen Spiel aus Licht und der untergehenden Sonne. Die Berggipfel liegen angeleuchtet im Spotlight, während der Himmel in allen Farben strahlt.
Wir übernachten mitten im Ort und freuen uns darauf die Umgebung am kommenden Tag zu erkunden.
Åndalsnes, Litlefjellet und Eggen
Nach dem Frühstück im Hotel werden wir zu einer geführten Wanderung abgeholt. Mit einem Kleinbus fahren wir in die Berge und starten hier zu einer kleinen, aber sehr schönen Wanderung zum Litlefjellet, die einen wunderbaren Ausblick auf die Trollwand, norwegisch „trollveggen“, und Åndalsnes bietet. Duftendes Gebäck und ein heißer Saft aus der Thermoskanne versüßen die Pause.
Als nächstes wollen wir mit der Gondel hoch hinaus. In wenigen Minuten erreichen wir so 708 m ü. M. Während der Fahrt mit der Seilbahn schauen wir über den Ort, suchen unser Hotel, lassen den Blick über den Fjord schweifen. Etwa 70 Kreuzfahrtschiffe pro Jahr steuern Åndalsnes an, einige davon sind Hurtigruten-Schiffe auf der Signature Route ab/bis Hamburg. Heute liegt kein Schiff im Hafen, wir haben den Ort nahezu für uns allein.
Im Restaurant Eggen suchen wir uns einen Platz mit hervorragender Aussicht an den großen Panoramafenstern und genießen unser Mittagessen.
Interessant ist, dass das Restaurant und die hinaufführende Gondel nahezu rückstandsfrei zurückgebaut werden können. Lediglich die Tunnel für Wasser- und Stromversorgung, die durch den Berg führen würden zurückbleiben.
Etwas unterhalb des Restaurants befindet sich die kleine Aussichtsplattform „Rampestreken“, die teils frei schwebt und einen atemberaubenden Ausblick bietet. Die Stahlrampe ist über einen treppenartigen Wanderweg zu erreichen, der von Sherpas aus Nepal errichtet wurde.
Weitere Wanderwege zur bekannten Trollveggen (der so genannten Trollwand), dem Romsdalshornet und dem Romsdalseggen sind von hier aus erreichbar. Wer sich einer geführten Wanderung anschließen möchte, findet bei Uteguiden ein breites Angebot. Neben Wanderungen werden auch Kajaktouren, Rad- oder E-Bike-Touren und Skitouren im Winter angeboten.
Fortsetzung folgt...
unter Norwegische Highlights par excellence