Am Samstag, den 27.06. hieß es früh aufstehen, denn wir wurden von der Stena Line eingeladen, an der Begleitfahrt zur Windjammerparade der Kieler Woche teilzunehmen. Die Parade ist eines der Highlights der Kieler Woche, bei dem historische Großsegler, Traditionssegler und private Boote gemeinsam die Kieler Förde hinauffahren. Dieses Jahr sollen laut NDR über 800 Boote teilgenommen haben! Tausende Menschen beobachten das jährliche Spektakel zusätzlich vom Ufer aus. Seit vielen Jahren begleitet ein Fährschiff der Stena Line, welches Reisende normalerweise von Kiel nach Göteborg bringt, die Parade.
Gegen 11 Uhr legte die Stena Germanica im Hafen von Kiel ab und schloss sich den anderen Booten an. An Deck tummelten sich bereits sowohl Passagiere als auch geladene Gäste. Trotzdem war auf dem großen Oberdeck für jeden ein Platz an der Reling zu finden, um das Auslaufen zu beobachten. In gemächlichem Tempo ließ die Germanica den Hafenbereich hinter sich und nahm Kurs entlang der Förde. Für uns ging es dann ins Restaurant, wo es nach einer Willkommensrede ein typisch schwedisches Gericht gab – Köttbullar mit Kartoffelpüree. Direkt danach ging es aber natürlich wieder an Deck, um die Parade zu beobachten. Das Wasser war übersät von weißen Segeln bis zum Horizont. Immer wieder preschten auch kleine Motor- oder Schlauchboote zwischen den Schiffen hindurch. Von Bord der riesigen Germanica aus hatten wir einen tollen Überblick in alle Richtungen und waren mittendrin im Getümmel.
Selbst auf dem Wasser konnte man den heißen Temperaturen der letzten Tage nicht entfliehen, da der erhoffte Fahrtwind auf sich warten ließ. Länger als eine halbe Stunde am Stück konnten wir uns in der prallen Mittagssonne leider nicht an Deck aufhalten. Dafür haben wir die „Sonnenpausen“ in den klimatisierten Bereichen unter Deck genutzt, um das Schiff zu erkunden oder durch den Bordshop zu stöbern. Trotz des heißen Wetters war die Stimmung ausgelassen und dank mitgebrachter Sonnenschirme, Gefrierboxen und Proviant saßen viele Passagiere picknickend auf dem Oberdeck. Passend dazu gab es an der Bar kalte Getränke und ein DJ sorgte mit passender Musik dafür, dass Urlaubsgefühle aufkamen.
Das Highlight war die Wende, die die Germanica nach gut zwei Stunden vornehmen musste, um zurück Richtung Hafen zu fahren. Wie sich das riesige Schiff in der schmalen Förde zwischen all den Schiffen um 180 Grad gedreht hat war auf jeden Fall ein Erlebnis.
Auf dem Rückweg genossen wir noch einmal die geniale Aussicht über das Wasser, bevor die Fähre pünktlich um 15 Uhr wieder im Hafen anlegte. Mit ganz vielen Eindrücken ging es für uns von Bord und zurück in Richtung Heimat.