Norwegische Highlights par excellence


Nach der Fahrt mit der Fähre von Kiel nach Oslo und der Reise nach Åndalsnes folgt ein Highlight dem anderen. Durch Fjordnorwegen geht es von Åndalsnes entlang des Trollstigen nach Geiranger und hinaus an die Westküste. Folgen Sie unserer Kollegin Kerstin auf ihrer Norwegen-Reise.




Der Trollstigen

Wir verlassen Åndalsnes und haben bereits das nächste Highlight vor Augen: Den Trollstigen! Obwohl ich Norwegen schon oft bereist habe, habe ich diesen Bergpass noch nie befahren.
Mit einer 10%igen Steigung schlängelt sich die überwiegend einspurige Straße in elf Haarnadelkurven hinauf ins Gebirge. Hin und wieder finden sich Ausweichbuchten, fahrerisches Können ist hilfreich - bei entgegenkommenden Bussen und Wohnmobilen wird es eng. Wie in Norwegen üblich finden sich hier keine hochgezogenen Leitplanken, die den Blick stören würden, die Seiten sind von kniehohen Betonwänden und aufrecht stehenden Steinen begrenzt. Die Wasserfälle schlängeln sich elegant und teils rauschend unter der Straße hinab in Tal.
Während wir bequem im Auto sitzen, strampelt tapfer eine Gruppe Radfahrerinnen den Berg hinauf – und das ohne Elektroantrieb, Respekt!

Nachdem wir die elf Haarnadelkurven passiert haben, erreichen wir die Aussichtsplattform, die einen Blick auf die beeindruckende Straße erlaubt. Von hier oben zeigt sich die ganze Naturgewalt der Umgebung und die erstaunliche Streckenführung des Trollstigen. 

Es ist Mitte September und das Wetter mild, dafür sind relativ wenige andere BesucherInnen vor Ort. Einige machen Selfies, andere breiten ein Picknick aus, jemand hat seine Gitarre mitgebracht und singt. Auch die Gruppe der Radfahrerinnen erreicht voller Stolz und mit teils hochroten Gesichtern den Aussichtspunkt – inklusive Fahrrad, denn das muss natürlich ebenfalls mit aus das Beweisfoto!
Nachdem wir die Aussicht von unterschiedlichen Perspektiven genossen haben, setzen wir die Fahrt fort. Es ist nicht weit bis zum nächsten Stopp: Der Schlucht Gudbrandsjuvet.

Die Schlucht Gudbrandsjuvet

Über Jahrhunderte hat das Wasser hier eine gewaltige Schlucht in die Felsen gewaschen und glitzernde, kreisrunde Vertiefungen geformt. Die so genannten Gletschertöpfe.
Eindrucksvoll bahnt sich das Wasser seinen Weg durch die Gesteinswelt. Eindrucksvoll ist auch der der Weg über das Wasser. Eine verschlungene Brückenkonstruktion macht das ganze Areal zugänglich. Architektonisch so konzipiert, dass sie die umliegende Landschaft widerspiegelt und sich optisch möglichst gut einfügt. Mit ihrer verschlungenen Weggestaltung bildet sie den Weg des Wassers nach. So erreichen wir die Schlucht (norwegisch juvet) über eine metallene Brücke. Unten rauscht und sprudelt das Wasser. 
Das benachbarte Café mit weiter Glasfront und Blick auf den Fluss hat leider schon geschlossen. 

Apfelernte und Fjordhotel

Auf unserem Weg nach Valldal legen wir nun einen Stopp an einem der vielen Obsthöfe in Fjordnorwegen ein. Es ist Herbst und Zeit der Apfelernte. Diese können nicht nur frisch von Hof gekauft werden, sondern auch in Form von Cider. In Hofladen gibt es zudem Marmelade, Tomaten, Gurken, verschiedene Beeren.
Der Hof Lingebakken liegt direkt am Fjordufer, die Apfel-, Birnen- und Pflaumenbäume ziehen sich geradlinigen Reihen bis zum steilen Fjordhang hinauf – natürlich auf der Nordseite des Fjords, um möglichst viel Sonne zu erhaschen.

Am Abend erreichen wir Valldal, wo wir im Fjordhotel übernachten. Der Name ist Programm, denn das Hotel liegt unmittelbar am Fjordufer und so genießen wir am Abend die Sauna mit Blick aufs Wasser. In einem Container sitzen wir schwitzend hinter einer verspiegelten Fensterscheibe, blicken auf den Tafjord und beobachten das Treiben am Fjord. Herrlich! Anschließen wagen wir zur Abkühlung ein Bad im kalten Fjordwasser.
Das Hotel lädt mit einer Gemütlichkeit zum Wohlfühlen ein und das Abendessen im Hotelrestaurant ist erstklassig.

Auf nach Geiranger!

Gestern noch bei grauem Himmel aber weiter Sicht, erwartet uns heute ein regenverhangener Tag mit tief schwebenden Wolken. Von Linge setzen wir mit der Fähre ans andere Fjordufer über. Die elektrische Fähre gleitet nahezu lautlos übers Wasser und die Nebelschwaden sorgen für eine mystische Stimmung. Auf steilen Streckenabschnitten schraubt sich die Straße nun hinauf in die Berge. Gefühlt fahren wir direkt durch die Wolken. Die Gipfel halten sich versteckt und dennoch reißt hier und da eine Wolke entzwei und gibt den Blick auf die rauen Berge frei. Kleine Wasserfälle rauschen die steilen Hänge hinab.

Eine Pause legen wir am Aussichtspunkt Ørnesvingen ein. Hier eröffnet sich ein wunderbarer Blick auf den Geirangerfjord und die Wasserfälle „Die sieben Schwestern“. Wir haben Glück: Gerade als wir die Plattform erreichen, können den Blick vom Ort Geiranger entlang des beeindruckenden Fjordverlaufes mit seinen steilen Hängen schweifen lassen. Wir beobachten die vom Tal rasch aufsteigenden Wolken und sehen etwa zwei Minuten später: Nichts! Geiranger und der Fjord sind in einer Wolkenwand verschwunden. Was für ein Naturerlebnis!

Ich bin positiv erstaunt, dass der Ort zwar gut besucht, aber keinesfalls überlaufen ist. Zugegeben: Es liegt kein Kreuzfahrtschiff im Hafen. Insgesamt ist die Reisezeit Mitte September bereits deutlich ruhiger - und das bei überwiegend sehr gutem Wetter.

In Geiranger streifen wir durch den Ort und besuchen das äußerst interessante Fjordmuseum. Was muss es früher für ein Leben gewesen sein, einsam auf einer der Almen, hoch oben über dem Fjord? Wir schließen Wanderung nach Vesterås an, treffen unterwegs Lamas und Schafe (auf norwegisch übrigens „sau“) und kehren im Westerås Gård Restaurant zum Mittagessen ein.

Mit dem Schiff an die Küste

Unser nächstes Ziel liegt an der Küste und so verlassen wir Geiranger per Schiff. Mit dem Ausflugsboot reisen wir entlang des Geirangerfjord hinaus in Richtung Atlantik. Wir lassen Geiranger hinter uns, passieren „Die sieben Schwestern“ und den gegenüber liegenden Wasserfall Freier. Die Berghänge steigen fast senkrecht in den Himmel hinauf. Die Wolken geben den Blick frei und hier und da zieht ein Streifen tief hängender Wolken durch de Fjord. 
Im Verlauf der Fahrt begleiten und Regenschauer, nach denen die Wolkendecke wieder aufreißt und in Ålesund schließlich strahlender Sonnenschein bei blauem Himmel – typisches Fjordwetter eben.

Doch Ålesund ist noch nicht das heutige Ziel unserer Reise: Wir fahren weiter. Und zwar mit der Fähre. Hier herrscht gerade Feierabendverkehr: SchülerInnen und chic gekleidete Menschen im Anzug, dazu ein paar Touristen und andere die Ålesund auf ihrem Weg zur heimischen Insel verlassen. 
Bei der Ausfahrt kommt uns die MS Nordnorge von Hurtigruten entgegen. Sie ist auf der nordgehenden Route und steuert Ålesund an, wo Sie für für zwei Stunden im Hafen liegen wird. Die Fähre legt zwei Mal an, bis wir unseren Zielort auf der Insel Hareid erreichen. Mit dem Bus geht es nun nach Ulsteinvik, unserem Ziel für heute. Mit einem eindrucksvollen Farbenspiel von Sonne und Wolken geht der Tag zu Ende.

Streifzug durch Ulsteinvik

Den Vormittag nutzen wir um Ulsteinvik zu erkunden. Es ist ein typisch norwegischer Ort, der vor allem wegen seiner Werften groß wurde. Auch die Nähe zum bekannten Ålesund trug sicher zur Entwicklung bei. Viele wohnen hier draußen auf den Inseln und fahren zum Arbeiten (mit der Fähre) in die Stadt. 
Wir unternehmen eine kleine Wanderung durch den Ort und zum Aussichtspunkt Osberget. Das Wetter ist durchwachsen, Sprühregen, Regen, Pausen dazwischen. Dennoch ist der Blick über die Küsten mit all den Insel und Inselchen eindrucksvoll.

Nun nehmen wir erneut Kurs auf Ålesund. Mit der Fähre fahren wir zurück, und freuen uns auf die nächste Etappe unserer Norwegen-Reise.

Fortsetzung folgt...

unter Auf dem Seeweg von Ålesund nach Bodø






 










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