Welche Länder gehören zu Skandinavien?

 

Viele Reisende fragen sich vor der Urlaubsplanung: Welche Länder gehören eigentlich zu Skandinavien  und was gehört zu Skandinavien im engeren und im weiteren Sinn? Die Bezeichnung ist nämlich doppeldeutig. Mal ist von der Skandinavischen Halbinsel die Rede, mal von einem viel größeren Kulturraum in Nordeuropa. In diesem Beitrag ordnen wir die verschiedenen Definitionen ein, erklären die Unterschiede und zeigen, welche Länder für deine Reise nach Skandinavien besonders relevant sind. 

 




Warum überhaupt die Frage nach Skandinavien? 


„Skandinavien“ klingt nach einer klar abgegrenzten Region im Norden Europas. In der Praxis wird der Begriff jedoch sehr unterschiedlich verwendet. Für Geografen bezeichnet Skandinavien vor allem eine Halbinsel. Im allgemeinen Sprachgebrauch und in der Reisewelt meint man damit oft einen größeren Kulturraum mit ähnlicher Geschichte, Sprache und Mentalität. Wenn Sie eine Skandinavien-Rundreise planen, sollten Sie diese Unterschiede kennen: Sie helfen, Regionen besser einzuordnen und passende Routen zu kombinieren.

 

Was gehört zu Skandinavien?


Skandinavien im geografischen Sinne

Im geografischen Sinne ist Skandinavien ein Synonym für die Skandinavische Halbinsel im Norden des westlichen Europas. Sie umfasst: 

 

  • Norwegen
  • Schweden
  • den nördlichen Teil Finnlands

 

Wenn jemand also von der "Skandinavischen Halbinsel" spricht, geht es im Grunde genommen vor allem um diese drei Gebiete. Der größere Rest Finnlands liegt östlich der Skandinavischen Halbinsel und wird deshalb streng genommen nicht mehr zu dieser Halbinsel gezählt. Geografisch ist Finnland also nur zum Teil „skandinavisch“. Im kulturellen Verständnis – und in vielen Reisezusammenhängen – wird jedoch meist ganz Finnland zu Skandinavien gerechnet. 

Dänemark liegt geografisch nicht auf der Skandinavischen Halbinsel. Das dänische Festland, Jütland, gehört – ebenso wie Schleswig-Holstein und ein Teil Hamburgs – zur zwischen Nord- und Ostsee liegenden Kimbrischen Halbinsel. Aus rein geografischer Sicht würde man Dänemark deshalb nicht zu Skandinavien zählen.

In der Praxis wird aber weder Dänemark noch Finnland „aus Skandinavien herausgerechnet“. Dafür sind die historischen, sprachlichen und kulturellen Verbindungen zu den übrigen nordischen Ländern zu eng.

 

Skandinavien als Kulturraum

Im allgemeinen Sprachgebrauch versteht man unter Skandinavien meist einen historisch gewachsenen Kulturraum. Er ist geprägt durch:

 

  • gemeinsame Geschichte (z. B. Kalmarer Union, Dänischer Gesamtstaat)
  • verwandte nordgermanische Sprachen
  • ähnliche Mentalität und Alltagskultur
  • das Selbstverständnis vieler Menschen, zur skandinavischen Völkerfamilie zu gehören

 

In diesem kulturellen Sinn zählen Norwegen, Schweden und Dänemark eindeutig zu Skandinavien. Wer von skandinavischen Städten, skandinavischem Design oder skandinavischer Lebensart spricht, meint in der Regel vor allem diese drei Länder.

Trotz der anderen geografischen Lage fühlen sich Dänemark und die Dänen stark als Teil Skandinaviens. Die engen historischen Verbindungen, die Sprache und viele kulturelle Gemeinsamkeiten sorgen dafür, dass Dänemark im kulturellen Skandinavien-Begriff selbstverständlich dazugehört – genau wie Norwegen und Schweden.

 

Gehört Finnland zu Skandinavien?

Geografisch liegt Finnland überwiegend östlich der Skandinavischen Halbinsel. Ethnisch zählen die meisten Einwohner Finnlands außerdem nicht zu den nordgermanischen, sondern zu den finno-ugrischen Völkern. Trotzdem wird Finnland heute meist uneingeschränkt zum skandinavischen Kulturraum gerechnet.

Dafür gibt es mehrere Gründe:

 

  • eine lange gemeinsame Geschichte mit Schweden
  • die bedeutende finnlandschwedische Minderheit im Land
  • die starke Orientierung vieler Regionen Richtung Norden und Westen


Besonders ausgeprägt ist das skandinavische Selbstverständnis auf der autonomen Inselgruppe Åland in der Ostsee, die vorwiegend von Finnlandschweden bewohnt wird. Für Reisende ist Finnland damit praktisch gesehen ein fester Bestandteil Skandinaviens – von den Schären bis nach Lappland.

 

Island, Färöer, Grönland & andere Sonderfälle


Färöer – zwischen Norwegen und Island

Die Färöer-Inseln liegen im Nordatlantik zwischen Island und Norwegen. Im Mittelalter gehörten sie lange zur norwegischen Krone, später zu Dänemark. Sprache, Geschichte und Kultur sind deutlich nordisch geprägt. Obwohl die Färöer geographisch außerhalb der Skandinavischen Halbinsel liegen, werden sie im kulturellen Sinn häufig Skandinavien zugerechnet.


Island – skandinavische Insel im Nordatlantik

Auch Island wurde im frühen Mittelalter von Wikingern besiedelt und war über Jahrhunderte eng mit Norwegen und Dänemark verbunden. 1944 wurde Island unabhängig von Dänemark. Sprache, Kultur und historische Wurzeln sind klar nordgermanisch. In vielen Zusammenhängen gilt Island daher als skandinavisches Land, auch wenn es etwas abseits im Nordwesten Europas liegt.


Warum Grönland meist nicht zu Skandinavien zählt

Grönland gehört als autonomes Gebiet zum Königreich Dänemark und verfügt heute über weitreichende Selbstverwaltung. Trotzdem wird Grönland im Allgemeinen nicht zu Skandinavien gezählt. Geografisch gehört Grönland zu Nordamerika. Die Mehrheit der Bevölkerung sind ethnische Grönländer (Inuit), die sich überwiegend nicht als Skandinavier verstehen. In manchen Reise- und Kulturkontexten wird Grönland aber gemeinsam mit Skandinavien genannt, weil es politisch zu Dänemark gehört und sich viele Reisen in Nordeuropa gut kombinieren lassen.


Orkney und Shetland – skandinavisches Erbe in Großbritannien

Gelegentlich werden auch die Orkney- und Shetland-Inseln im Zusammenhang mit Skandinavien erwähnt. Sie waren einst norwegisch und tragen bis heute Spuren dieser Geschichte. Heute gehören sie jedoch klar zu Großbritannien und werden allenfalls bedingt dem skandinavischen Kulturraum zugeordnet.

 

Praktisch gedacht: Skandinavien für Ihre Reiseplanung


Für die Reiseplanung ist entscheidend, welche Länder in der Praxis gemeint sind, wenn von „Reisen nach Skandinavien“ die Rede ist. Unser Verständnis orientiert sich am kulturellen und touristischen Gebrauch:

 

  • Dänemark
  • Norwegen
  • Schweden
  • Finnland
  • Island


Diese Länder teilen viele kulturelle Merkmale, eine ähnliche Reiseinfrastruktur und lassen sich gut zu Rundreisen durch Skandinavien verbinden. Ob Sie nun mit dem Auto durch Schweden und Finnland fahren, Island mit dem Mietwagen umrunden oder mit dem Schiff die Norwegische Küste erkunden – Sie bewegen sich in dem, was viele heute im Alltag unter Skandinavien verstehen.

Für diese Zielgebiete stehen wir dir bei skandinavientrips Ihnen gern mit Rat und Tat zur Seite – von der ersten Routenidee bis zur konkreten Reiseplanung.


Fazit: Skandinavien – je nach Blickwinkel etwas anders


Je nachdem, wen Sie fragen, fallen die Antworten auf die Frage „Welche Länder gehören zu Skandinavien?“ leicht unterschiedlich aus. Geografen schauen auf die Skandinavische Halbinsel, Sprach- und Kulturwissenschaftler auf Geschichte, Sprachen und Mentalität, Reisende auf Regionen, die sich wie „Skandinavien“ anfühlen. Für die Urlaubsplanung hat sich der kulturelle Skandinavien-Begriff durchgesetzt: Dänemark, Norwegen, Schweden, Finnland und Island – plus einige nordische Sonderfälle. Ganz gleich, welches dieser Länder Sie entdecken möchten – wir beraten Sie gern in unserem Oldenburger Büro, online oder telefonisch.

 

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